PROTESTAKTION: DIABLO 3 OHNE PENTAGRAMME?
01.04.2009 - 01:01
Die gestern erschienene Blizzcast liefert uns scheinbar nicht nur erfreuliche Nachrichten. Wie so oft brachten die Aussagen bezüglich des Designs mehr Fragen als Antworten ans Tageslicht. So mutmaßte ein User im Zusammenhang mit den doch eher harmlos aussehenden Item-Icons, dass Diablo 3 absichtlich entschärft wird, um eine breitere Spielerschicht zu erreichen. Das Weglassen von brutalen Waffen und Blut würde laut seiner These eine niedrigere Jugendfreigabe und damit eine breitere Masse erreichen.
Tatsächlich verzichtet Blizzard auf derartige Effekte und hat die exzessive Darstellung von Gewalt und antichristlichen Symbolen in Diablo 3 bereits bewusst eingeschränkt. Der Grund hierfür findet sich in einem Rechtsstreit, der bis auf das Jahr 2001 zurückführt und nun in Protestaktionen christlicher Organisationen ausufert.

Kirche der christlichen Vereinigung Devotional Hands in England
Im Juli 2001 wollte das Filmstudio New Line Cinema einen Film mit dem Namen "Diablo" in die Kinos bringen.
Blizzard gewann damals zwar den Rechtsstreit, doch geht nun aus der Diskussion hervor, dass die öffentliche Auseinandersetzung verschiedene christliche Organisationen auf die Thematik aufmerksam gemacht habe, und seit dieser Zeit permanent Rechtsansprüche gegen Blizzard geltend gemacht werden.
In einem
Blogeintrag der britischen Bibelforscher biblicalstudies.org.uk findet man den Ursprung zu einer These, die an der medialen Verwendung von den Begriffen "Satan", "Luzifer" und "Diablo" rütteln will. Ihrer Aussage nach, verharmlosen diese die Gestalt Satans und geben ihm größere Macht als Gott selbst.
"While this theory takes seriously the existence and activity of Satan (cf. Luke 11:21) it goes too far, making him as powerful as God himself. Rather than offering a sacrifice to God (Eph. 5:2; 1 Tim. 2:5-6), the sacrifice is now offered to Satan."
Die britisch-walisische Vereinigung der Bibelforscher soll laut der Meldung bereits acht Anklageschriften gegen den Entwickler aus Irvine verfasst haben. Die Organisation
Devotional Hands, die durch Kolumnen auf dem Onlineangebot der britischen Zeitung
Times bekannt wurde, äußert sich ebenfalls kritisch zum Thema
und brachte mit ihrer Aktion den Stein erst ins Rollen.
"Unser neuestes Ziel ist das Entfernen von gewalttätigen, satanistischen und moralisch verwerflichen Symbolen aus Videospielen. Unsere erste Aufgabe ist es, uns um das kommende Diablo 3 zu kümmern [...] Wenn ein Videospiel den Menschen in die Lage versetzt, den Konflikt zwischen Gott und Satan nachzuempfinden, und dabei die führende kirchliche Hand fehlt, grenzt dies an Blasphemie. Wir wollen kein Spiel, bei dem Kinder über Pentagramme schreiten und sich selbst als göttliche Kreatur im Kampf gegen einen Teufel sehen."
Welche Formen derartige Protestaktionen annehmen können, zeigt der Angriff von
antispore.com auf das Evolutionsspiel Spore (
wir berichteten). Es wurde erreicht, dass ein Werbespot in den US-Bundesstaaten Alabama und Illinois verboten wird.
Derzeit scheint es, als ob Blizzard auf die Darstellung Diablos auf der Verkaufsverpackung und im Logo von Diablo 3 verzichten wird. Außerdem wird man, im Gegensatz zu Diablo 2 und dem Chaos Sanktarium, keine Pentagramme in den Dungeons finden können.
Wie sich die Auseinandersetzung weiterentwickelt ist derzeit nicht absehbar. Im Moment arbeitet die Rechtsabteilung Blizzards an einer entsprechenden Gegenklage und will sich dabei auf die Medienfreiheit berufen. Wir halten Euch auf dem Laufenden.
Mehr zu den Verbotsforderungen auf
devotionalhands-uk.info.ms.
geschrieben von Bob_ROss
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